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Betreff.: Ablehnung
des Kyoto-Protokol vielleicht ein blessing in disguse
Datum: Montag,
2. April 2001
Sehr geehrte Damen und Herren,
Die Ablehnung des Kyoto-Protokols durch Präsident Bush wird sich vielleicht
(hoffentlich) schließlich doch als Segen heraus stellen (a blessing
in disguise). Denn, wenn Al Gore Präsident geworden wäre, hätte
er zusammen mit den anderen großen Staatsmännern dieser Welt
unterzeichnet und wir alle würden glauben, die Welt sei gerettet,
und wir könnten mehr oder weniger weiter machen wie bisher.
In Wirklichkeit aber scheint kein Politiker (oder Politikerin), die akute
Gefahr, in der sich unser Planet befindet, voll zu erkennen, oder die drastischen
Maßnahmen, die nötig wären, um sie zu retten. Stattdessen
verhalten sich die Politiker (stellvertretend für die ganze Gesellschaft)
wie manch ein Mensch sich verhält, wenn mit den Symptomen einer lebensbedrohenden
Krankheit konfrontiert: entweder ignoriert er die Symptome ganz (wie Präsident
Bush) oder er spielt ihrer Bedeutung herunter (wie Al Gore, Gerhard Schröder
oder Tony Blair).
Dabei ist unsere Situation vergleichbar mit der der Apollo 13 Astronauten,
nur mit dem Unterschied, dass als die Life-Support-Systeme von Apollo 13
beschädigt wurden, brauchte die Mannschaft nur durchzuhalten bis sie
es zurück zur Erde geschafft hatte.
Wenn die lebensunterhaltende Ökosysteme von Raumschiff Erde unter
der Last unersättlicher menschlicher „Bedürfnisse“ schließlich
anfangen zusammenzubrechen – wie in den kommenden Jahrzehnten geschehen
wird, wenn wir so weiter machen – gibt es für uns, bzw. für unsere
Kinder, kein sicherer Hafen zum Rückkehr. Wir müssen die Probleme an Bord
Schiff lösen – das heißt, eine nachhältige Wirtschaft
und Lebensstil für 8 bis 10 Milliarden Menschen entwickeln –, oder
zugrunde gehen.
Das Koyoto Protokol kann man eigentlich vergessen, denn es kratzt nur an
der Oberfläche des Problems, dessen wurzeln tief in unser Wirtschafts-
und Wertesystem hinein reichen.
Kapitän James Lovells unsterbliche Untertreibung, „Houston, we have
a problem“, gilt heute auch für Raumschiff Erde.
Vorschläge für eine Rettung
finden Sie im englischen Teil
meiner Homepage: Roger's
World @ Spaceship Earth.
Mit freundlichen Grüßen
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